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Solisten
Der Titel «Musiktheater zwischen den Sprachen» hatte mich wieder einmal in die Gare du Nord gelockt. Ein Sänger, eine Harfenistin, ein Schlagzeuger. Montierung entsprechender Solostücke: die Récitations von Georges Aperghis, Corporel von Vinko Globokar für den Schlagzeuger, und Daniel Weissbergs wi(e)der für Harfe. Aperghis kennt man hierzulanden, er wird oft gespielt, Weissberg sowieso, Globokars Stück (von ihm selbst gespielt) habe ich schon auf Festivals gehört.
Was der Reihung durchaus guter Stücke hier zum Verhängnis wird, ist ihre Verdichtung zu einem narrativ-szenischen Strang. Ein 40-minütiges warm up (komponiert vom Sänger Javier Hagen) soll auf die folgenden Stücke einstimmen, mit den eingewobenen Bahnhofsbezügen, der Wartebank, dem Glas Bier am Bartischchen, der kleintheatralisch so überstrapazierten Utensil des Koffers (man kann auf ihm sitzen, in aber auch öffnen), wird dies freilich zu einer Art Parabel auf das Warten, deren Wirkung sich darin entfaltet, dass dem Publikum sich genau das schrittweise nagend enthüllt. Nun ja. Da sind Pausen drin, Raum, Sprache muss sich entfalten können, ich verstehe. Aber vielleicht entwirft und denkt man auch im Musiktheater zu visuell: Körperdrehungen, Gegenstände, Blicke und abgezählte Schrittfolgen.
Nachtrag an U.: Das Solo-Stück für Harfe von Daniel Weissberg lässt sich wirkungsvoll inszenieren, indem zwei «Kellner» der Harfenistin die Zusatzinstrumente servieren (vom Schraubenzieher bis zum Pfannendeckel).