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Parkbänke

Schweizer sind wir. Bern ist die Hauptstadt, richtig. Aber wir aus Basilea. Ein alter venezianischer Französischlehrer ergreift die Gelegenheit, ein bisschen zu parlieren. Tandis que...er überlegt - nein, pendant que.. während wir hier reden, wissen wir immer noch nichts von den drei Geiseln. Man kann den Markusdom nicht schützen, nein.
Mit der Frau, die er vorhin gegrüsst habe (gegrüsst ist gut, er hat ihr "vecchia" nachgerufen), hat er vier Kinder. Zwei davon Anwälte, deren Kabinette ganz "consistent" laufen.
Venedig überrascht mich. Vielleicht hat man auch einen anderen Blick. Vor fünfzehn Jahren haben wir hier gespielt, mit einem Jugendorchester im Markusdom. Sowas ist heute undenkbar. Wir mussten uns nahe zusammensetzen, um uns überhaupt zu hören, ja eigentlich durften wir gar nicht aufeinander hören, die Hall- und Echowirkung des Doms vervielfacht jedes Geräusch. Heute gehen wir anders in den Dom. Mit Augen für die Mosaiken. Mit Prüfungsthemen im Hinterkopf. Heute gehen wir in Restaurants und trinken Wein. Damals waren das ein paar Scheiben Käse oder Salami und Brot aus einem Supermercato, und dann auf das Schiff zum Lido - wo ich, von den Mitmusikern endgültig für verrückt erklärt, am Strand vollkommen freiwillig anorganische Chemie lernte.
Wir waren anfällig für Souvenirs, heute sind wir ausfallend gegen Mittouristen.
Padua lebt. Der botanische Garten, der berühmteste Vorlesungssaal der Welt, die obligate Viertelstunde Giotto. Und Greifswalder Professoren auf Parkbänken.