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Nachtstrom XXVII
Nachtstrom, das heisst: Studierende des Elektronischen Studios präsentieren neueste Arbeiten in der Gare du Nord. Es lohnt sich immer, da hinzugehen - manchmal noch ein bisschen mehr, etwa wenn Chikashi Miyami neben einem kurzen Tonbandstück (Piano chimera) Improvisationen auf selbstentwickelten Sensorinstrumenten vorstellt. Er nennt jene Qgo (in der Art von Klang-Handschuhen) und Tosso (ein Streich-, Klopf-, Säge-, und Neige-"Cello"). Besonders im Solo-Stück keo wird die Funktion von Sensor-Instrumenten, die sich ja von traditionellen Instrumenten grundsätzlich unterscheiden, sichtbar: die ins Mikrophon gesprochenen eigenen Sprachereignisse verformen sich unter den Handbewegungen erst zum Improvisationsfluss. Die unter der Mikroelektronik liegende Körperlichkeit teilt sich unmittelbar mit: der Tanz ist Steuerung der Sensorik und Performance zugleich.
Als lehrreiches Experiment zeigt sich auch der Versuch des Studios, mit Live-Programmierung zu arbeiten. Vier Interpreten haben lediglich ihren Computer zur Verfügung und müssen sich ihre Instrumente zuerst einmal herstellen, um Klänge erzeugen zu können. Die vier MSP-Arbeitsflächen füllen sich schnell mit Filtern, Oszillatoren, einem Gewebe von Schaltstellen und Parametern. Es ist noch nicht wirklich feinabgestimmte Improvisation, wirkt aber derart kurzweilig, dass ich mir nur eines wünschen kann: üben und wiederholen!